• Besser informiert ist halb wieder eingereist


    Wer seinen Urlaub in Asien verbringt, freut sich schon vorher auf preiswerte Souvenirs und Mitbringsel, mit denen sich im asiatischen Raum, insbesondere Thailand, ein eigener Markt etabliert hat. Auf Asienreisende richtet der deutsche Zoll seine ganze Aufmerksamkeit. Vermeintliche Schnäppchen können für den Reisenden teuer werden. Auf die Einfuhr verbotener Waren werden hohe Bußgelder erhoben. Besonders schwere Fälle enden im Gefängnis.

    Einfuhr von Genussmitteln

    Reisende ab 17 Jahren dürfen die erlaubten Mengen an Zigaretten und Alkohol nach Deutschland einführen. Die Freigrenze für Tabakwaren gemäß Zollbestimmung sieht vor, dass der Reisende entweder 200 Zigaretten, 100 Zigarillos, 50 Zigarren oder 250 Gramm Rauchtabak oder eine anteilige Mischung aus allem nach Deutschland einführen darf. Die Betonung liegt hier auf dem Wörtchen ‚oder‘ und nicht, wie oftmals angenommen, alle Produkte zusammen. Das gleiche gilt für Alkohol. 1 Liter Spirituosen mit mehr als 22 Volumenprozent, 2 Liter mit höchstens 22 Volumenprozent, eine Zusammenstellung aus beidem und 4 Liter Wein sowie 16 Liter Bier sind zollfrei erlaubt. Wer diese Freigrenzen überschreitet und dies bei der Einreise in Deutschland ehrlicherweise mitteilt, zahlt drauf. Wer die Überschreitung verschweigt, wird richtig zur Kasse gebeten. Unehrlichkeit lohnt nicht. Ehepaare gelten als 1 Person.

    Medikamente aus Thailand

    Erkrankt jemand auf seiner Asienreise und kauft ein Päckchen Aspirin oder ähnlich ungefährliches Mittel für den eigenen Bedarf, hat der deutsche Zoll bei der Einreise kaum etwas dagegen einzuwenden. Bringt der Reisende dagegen 20 Packungen mit, weil im Ausland so preisgünstig, hat er großen Ärger, verbunden mit hohen Kosten, und bei Missachtung des Arzneimittelgesetzes schwerwiegendere Strafen zu erwarten. Man weiß nie, welche Stoffe in den Medikamenten, hergestellt im Ausland, stecken.

    Markenpiraterie in Asien

    Insbesondere Thailand bezieht einen Teil seines Einkommens aus dem Verkauf billiger Designer-Artikel. Uhren, T-Shirts, Hosen und Schmuck namhafter Designer werden so preiswert angeboten, dass man seinen Koffer damit vollpacken möchte. Weil jeder Mensch weiß, dass eine Uhr, die in Deutschland 600,00 EUR kostet und im Reiseland für nur 30,00 EUR zu haben ist, nicht wirklich der genannten Marke entspricht, macht sich der Reisende strafbar, wenn er diese eindeutig als Plagiate erkennbaren Waren durch den deutschen Zoll bringen möchte. So mancher Zollbeamte drückt großzügig beide Augen zu, trägt der Reisende ein T-Shirt oder eine Uhr der gefälschten Version bei sich. Werden beim Durchsuchen des Koffers mehrere der gefälschten Design-Artikel entdeckt, kommt schonungslos die deutsche Zollbestimmung zum Tragen. Wer Artikel aus dem Material geschützter Tiere nach Deutschland einführt, hat keine Chance, sich herauszureden. Deshalb besser Gegenstände aus Elfenbein, die Schlangen- oder Krokodilledertasche dort belassen, wo sie herkommen.

    Höchststrafen

    Wer sich dem Verbot widersetzt und lebende Tiere, tote Tiere (Fleisch) oder Pflanzen aus Asien einschmuggeln will, hat mit Höchststrafen zu rechnen. Zum einen wegen des Artenschutzes, zum anderen, weil unter Umständen gefährliche Krankheitserreger nach Deutschland gelangen können.

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